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SoLa 2000
Es war am Sonntag, den 13.08.2000, als ich am
Jugendzeltplatz in Bad Godesberg ankam, wo mich Barbara, Frauke, Johannes und
ihre wilden Horden bereits erwarteten, damit endlich die Zelte aufgebaut werden
konnten.
Es war schönes, sonniges Wetter, das einen schnell dazu verleiten kann, einfach
faul auf der Luftmatratze zu liegen und das friedliche und lustige
Beisammensein zu genießen. Daß es auf der Lumatra etwas eng war, war eher
angenehm. Unangenehm dagegen war die Tatsache, daß das gute Stück von Tag zu
Tag mehr Luft verlor, so daß ich schließlich für die Nacht meinen Hintern
zusätzlich unterfüttern mußte, um morgens nicht auf dem Boden aufzuwachen. Aber
wir wollen uns mal nicht so anstellen...
Doch diese traumhaften Tage verbrachten wir natürlich nicht nur mit
rumfaulenzen, nein, nein, es gab noch vielerlei zu erleben! So machten wir zum
Beispiel eine tolle „Höhlenerforschung“ mit Fackeln und unserem „Lagerzivi“. Es
war schon sehr spannend, und fast ein wenig unheimlich, als wir, teilweise
durch enge Maueröffnungen krabbelnd, immer weiter in den Berg vordrangen. Die
Höhle wurde während des dritten Reiches zu einer Flugzeugfabrik ausgebaut, und
dementsprechend groß war es – zum verlaufen.
Außerdem gab es ein tolles Spiel, das uns einen ganzen Nachmittag lang in Atem
hielt. Auf der Schatzsuche mußten die einzelnen Gruppen teilweise erhebliche
Fahrzeiten auf ihren selbstgebauten Ozeanseglern hinnehmen, wofür sie jedoch
schließlich durch das lustige Zählen ihrer „Beutekörner“, die sich nach dem
Erhitzen in leckere kleine Popkörner verwandelten und fast das Abendessen
ersetzten, belohnt wurden.
Am aufregendsten fand ich jedoch Barbaras spektakulären Prängelsprung, die ihr
zwei rosafarbene Zusatzbeine bescherten und uns gemeinsam eine schöne Zeit in
Krankenhaus, Arztpraxis und Auto.
Prägend für das Lager waren unsere Nachbarn, eine Gruppe lustiger Tornister –
äh – Tunesier. Ich glaube es waren so 15 Jungen im Alter von 17 bis schon eher
alt. Ich erinnere mich da an schöne Abende am Feuer, an denen wir abwechselnd
Lieder sangen und Spiele spielten, tunesische wie deutsche. Das Highlight in
diesem Zusammenhang stellte aber sicher der „Tunesientag“ dar, an dem wir
dieses Spiel spielten, bei denen die – tunesisch/deutsch gemischten – Gruppen
vielerlei Aufgaben zu erfüllen hatten. Mein Gott, was haben wir gelacht, denn
manche Gruppen gaben ein eher lustiges Bild ab beim Punktesammeln. Danach
merkbar, wurde die Feuertonne beheizt, auf dem Schnippeltisch geschnippelt
(Gemüse z.B.) und ein leckeres Mittag-Abendessen gekocht. Beim Essen saß die
ganze Bande auf dem Küchenbaum, mehr oder weniger gedrängelt, und die, die
einen der wenigen Plätze um den Tisch ergattern konnten, hatten nun die
Aufgabe, für alle anderen Essen aufzufüllen, Brote zu schmieren, komplette
Obstmüslis zu schnippeln oder besondere Kaffee-Kakao-Wünsche zu erfüllen. War
der letzte Teller abgeleckt und abgewaschen (das Ablecken erspart dem
Abwaschwasser viel Dreck) trafen sich alle um zu singen, einen Rhythmusabend
und andere lustige Spiele zu machen oder gemütlich um das Feuer in der
aufgehängten Feuerschale im Wohnzimmer zu sitzen, bis jeder in der wirklich
dunklen Dunkelheit in seiner Hängematte verschwunden war... Man musste den Baum
schon sehr genau kennen, um nicht neben einen nicht sichtbaren Ast zu treten.
Abschließend kann ich sagen, dass es eine sehr interessante Erfahrung war, es
lebt sich doch sehr anders auf Bäumen als auf dem gewohnten Erdboden: Alles
dauert länger, ob es der Gang zum Klo oder das „was zum Trinken holen“ ist, die
Sonne scheint nicht und man kann den Himmel nicht sehen, es regnet nicht so
stark, dafür tropft es später und länger, man kann nur eine Sache zur Zeit
machen und die mit voller Konzentration, ständige Konzentration ist sowieso das
A und O, der Tag geht schneller `rum, man friert sehr leicht und man hat Angst,
nachts von seinem raushängenden Schlafsack aus der Hängematte gezogen zu
werden, ich hatte sie jedenfalls in der ersten Nacht.
Kleine, bescheidene Schlussbemerkung: Wir sind mit ca. 150 L Wasser
ausgekommen, das entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 4L pro Nacht. Man
wird einfach nicht dreckig da oben. BARBARA
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