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Herbstlager
2002
Der 08.10.02
hat sich in meinen Kopf eingebrannt, fast so doll wie mein
Geburtsdatum... Und das liegt nicht nur daran, dass ich oft danach gefragt
wurde, wann denn unser Herbstlager sei, oder dass ich an diesem Tag besonders
viel erledigt habe, sondern vor allem daran, dass dort zum 2. Mal ein tolles
Stammes-Herbstlager begann.
Es ging 4 Nächte lang um Insekten, zuerst daran erkennbar, das wir auf die
verschiedenste Arten angereist sind –einzeln, in Kleingruppen, im Autokon-voi
und mit Fahrrädern gelangten wir nach Kassebruch auf den Lagerplatz vom Stamm
Schevemoor. Unsere Wölflinge waren anfangs in der Überzahl und haben die
Ameisen vertreten. Nach dem Schlüpfen und Sattessen ent-wickelten und
trainierten sie sich unaufhörlich weiter, einige schafften es auf dem Höhepunkt
des Lagers sogar, in die Pfadfinderstufe überzufliegen, und haben die Sippe
Condor gegründet.
Aus der Pfadfinderstufe hat leider nur eine Sippe den Weg zum Lager ge-funden:
Caesar Basilikum. Sie haben uns ihr Sippenzelt präsentiert und ei-nen voll
funktionstüchtigen Kochtisch gebaut.
Das Lagezentrum bestand tagsüber aus der Küche, welche sich im Freien befand,
und den beiden zentralen Hängematten. Dort war immer jemand anzutreffen und es
gab kleine Aktionen wenn doch einmal Langeweile auf-kam. Abends fanden wir uns
in der gemütlichen Jurte bzw. den Schlafzelten ein und morgens gab es zweimal
einen sportlichen Waldlauf mit einer Klet-terpause und biologischen
Beobachtungen.
Kulinarischer Höhepunkt war die selbstgebackene Pizza aus dem sorgfältig mit
Reisig vorgeheizten Steinofen, deren Zutaten sich die Pfadfinder „aus dem Wald“
holen mussten, indem sie sich gegenseitig den Weg erklärten. Eine besondere
Neuheit auf diesem Lager war der Singewettstreit am Ab-schlussabend. Er
kündigte sich den Tag über durch mehr oder weniger auf-fällige Singegruppen an
und wurde auf dem Abschlussfest ausgetragen. Es entstanden dabei überraschend
qualitative, ausgefallene Beiträge, neue Lieder und bei jedem eine erstaunliche
Motivation.
Zwischendurch oder am Ende auftauchende Wesen aus der Zivilisation, be-sonders
Eltern, begegneten die Insekten misstrauisch und unterschiedlich, einige wurden
sogar abweisend weggeschickt. Am fünften Tag in der Insek-ten-Welt waren
einige, besonders die jungen Erstlinge, schon sichtbar von den Strapazen
gezeichnet, doch niemand bedauerte den Ausflug und verab-schiedete sich am
12.10.02 voller Begeisterung vom aufgeräumten Lager-platz.
Quizto
Hauptsaison für Postboten!
-Jule hat Post!
-Aber welche Jule bloß?
-Und für wen ist wohl der große Stein?
Die Postboten hatten eine Menge zu tun auf dem Herbstlager in Hagen, mussten
doch vor jedem Essen die vielen Briefkästen, die überall auf dem Lagerplatz
verteilt waren, geleert und die viele Post verteilt werden. Wenn ich mich auf
dem Lagergrund umgeschaut habe, waren Wölflinge, PfadfinderInnen und Ranger/Rover
den ganzen Tag über fleißig am Schreiben, um auch jeden Brief beantworten zu
können. Außerdem konnte man immer jemandem beim Holzhacken zuschauen, denn es
war bitterkalt, vor allem nachts... aber richtig gefroren hat dann doch keiner,
trotz Minus-graden. Die Feuer brannten ja auch fast rund um die Uhr.
Drei Rover vom Stamm Schevemoor haben, als sie uns eines Abends besuchten,
etwas komisch die vielen Hanseaten beobachtet, die versuchten, rückwärts vor
anderen davonzulaufen und dabei über Stock und Stein stolperten und sich
bestimmt einige blaue Flecken einfingen. Einen dicken blauen Fleck hatte ich
auch an meinen vier Buchstaben, als ich nicht nur mal wieder aus der Hängematte
rausgeschaukelt wurde, sondern gleich zweimal nacheinander das Seil riss und
ich samt der Hängematte auf den Waldboden plumpste.
Besonders in Erinnerung bleibt sicherlich bei allen, die auf diesem Lager dabei
sein durften, der ganz schön schaukelige Überflug der Sippe Condor (hiermit
noch mal „Herzlich Willkommen“ in der PfadfinderInnenstufe!!) und der erste
offizielle Singewettstreit der Hanseaten seit ihrer Gründung 1978 mit vielen -
vor allem kreativen und äußerst spannenden- Beiträgen.
In diesem Sinne:
„Und wir lieben den Wald, dort ist es gar nicht kalt, uns´re Seelen sind so
frei !!!“
Barbara
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